Mittwoch, 20. Juli 2011

Watzmannüberschreitung

Vor kurzem erfüllte ich mir einen lang gehegten Traum - die Watzmannüberschreitung! Dieser Klassiker in der gigantischen Kulisse der Berchtesgadener Alpen spukte schon lange in meinem Kopf herum - Dank der Hartnäckigkeit meines Bruders wurde der Plan jetzt endlich in die Tat umgesetzt. Am Sonntag gings am Parkplatz der Königssee-Schifffahrt los. Zusammen mit staunenden Touristen in Sandalen und Stöckelschuhen bestiegen wir mit voll gepackten Rucksäcken das Schiff Richtung St.Bartholomä. Bei Traumwetter genossen wir die Überfahrt und den Blick auf die Watzmannostwand. Nachdem wir die Touristenmassen hinter uns gelassen haben, machten wir uns über den Rinnkendlsteig und die Kührointalm auf zu unserem Zwischenziel Watzmannhaus. Gerade angekommen zeigte der Berg seine ungemütliche Seite - innerhalb kürzester Zeit zogen mehrere schwere Gewitter über das Haus und das nahe Hocheck. Der Wettergott schien es nicht gut mit uns zu meinen. Nachdem der Wetterbericht für den nächsten Tag durchwachsenes Wetter vorhersagte, war es nicht sicher, ob wir die Überschreitung wagen konnten. Montag morgen, 06.15 Uhr: Nebel, aber trocken und laut Hüttenwirtin soll es wohl aufreissen und keine weiteren Niederschläge geben. Schorsch, Hans und ich sind uns schnell einig - nach einem kurzen Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Hocheck. Nach ca. 1 1/2 Stunden Aufstieg durch felsiges Gelände und Nebel, stehen wir auf dem ersten Gipfel des Tages - und die Sonne kommt durch. Perfekt, alles richtig gemacht. Wir halten uns nicht lange auf und gehen weiter zur Mittelspitz'. Man bewegt sich immer am Grat entlang; der Weg ist meist durch ein Drahtseil gesichert. Ein unglaubliches Naturschauspiel begleitet uns den ganzen Weg - während auf der Königssee-Seite dichter Nebel bis ans Grat reicht, ist es auf der anderen Seite sonnig und wir geniessen den herrlichen Ausblick. Unsere kleine Gruppe kommt gut voran und so erreichen wir zügig die Mittelspitz' (2.713 hm). Nach kurzer Pause nehmen wir das letzte Stück des Grates zur Südspitz' in Angriff. Auch hier kommen wir ohne Probleme durch und wenig später gibts dann die verdiente Brotzeit auf dem letzten Gipfel unserer Tour. Jetzt kommt noch der Abstieg: von über 2.700 hm runter auf ca. 600 hm - das zieht sich. Aber irgendwann hat auch der längste Abstieg ein Ende und wir freuen uns über die Radlermaß auf der Wimbachgrieshütte und die verwunderten Blicke der Wanderer, die nicht verstehen, wo die drei verschwitzten und erschöpften Gestalten grad hergekommen sind! Die Watzmannüberschreitung ist eine anstrengende und auch nicht immer ungefährliche Tour in hochalpinem Gelände, belohnt aber mit sensationellen Tief- und Ausblicken! Hier noch einige Bilder:






Ride On - Schnappi

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